Mosh Your Head 2006 Nachbericht:

 

Alles bleibt anders – Das „Mosh Your Head“ 2006

 Als vor sieben Jahren zum ersten Mal das „Mosh Your Head“ an der Lessing Schule in Bochum-Langendreer stattfand, wurde eindrucksvoll die Frage beantwortet ob harte Rock- und Metalklänge und Schule zusammenpassen, die Antwort war ein lautes JA! So amateurhaft die Organisation, der Klang und die Darbietungen der zum großen Teil aus Schülern bestehenden Bands auch waren, der Funke eines Musikfestivals sprang trotzdem über. Das Publikum störte es nicht, dass die Bands auf zusammengestellten Schulpulten in dem notdürftig hergerichteten Aufenthaltsraum der Oberstufenschüler spielten, die Sound- und Lichttechnik bescheiden war. Die Stimmung war hervorragend.

Am 27. Januar 2006 stand nun die fünfte Auflage des über die Jahre zum Klassiker gewordenen „Mosh Your Head“ Festivals an. Der qualitative Quantensprung selbst zur letzten Veranstaltung von 2004 überraschte dann aber selbst Kenner der auftretenden Bands. Zum ersten Mal wurde von der Schulleitung die Aula zur Verfügung gestellt, die große Bühne bot den Bands die Möglichkeit zu zeigen was wirklich in ihnen steckt. Dieser Chance war sich auch die Organisation bewusst, die ganze Veranstaltung strahlte eine gewisse Professionalität aus, angefangen bei der Licht- und Tontechnik bis hin zum Design der Plakate und Eintrittskarten. 

Eröffnet wurde der Abend von der Dortmunder Band „My Own Nemesis“, vier Jungs die sich dem Melodic Deathmetal verschrieben haben. Es war der erste Auftritt für sie bei einem „Mosh Your Head“, nachdem die Vorgängerband „Cold Embrace“ bei der letzten Ausgabe dabei war. Sie erwiesen sich als die perfekten Anheizer für den Abend, brachten mit ihrem gelungenen Auftritt das Publikum auf Betriebstemperatur.

Als Zweites war dann die legendäre Punkband „Die ObrichkAit“ an der Reihe, Stammgast und feste Größe des Festivals. Seit dem letzten „Mosh Your Head“, das der letzte Auftritt in alter Besetzung war, hat sich eine Menge getan, Bassist und Gitarrist wechselten und das zweite Album „ausgelaugt, nährstoffarm und realitätsfremd“ erschien.

Zwar waren sie die einzige Punkband des Abends und hatten es daher beim Rock- und Metallastigen Publikum schwer, ihrem energiegeladenen und authentischen Auftritt konnten sich aber auch viele Zuschauer nicht entziehen, die sonst mit Punkmusik wenig zu tun haben. Für einen gehörigen Schock sorgte jedoch Sänger Barras mit der Ankündigung, dass dies der letzte Auftritt der Band bei einem „Mosh Your Head“ gewesen sein soll. Man kann nur hoffen, dass „Die ObrichkAit“ diese Entscheidung noch einmal überdenkt, da ihre Auftritte immer eine echte Bereicherung des Festivals waren.

Es folgen „THE C.A.S.T“, eine Rockband aus Bochum, und bei ihnen wurde es vor der Bühne richtig eng. Mit ihrer gelungenen Darbietung schafften die vier Jungs es, den Saal zum Kochen zu bringen  Die Stimmung erreichte den Siedepunkt, als der Bassist der Band sich in bester Stage Diving Manier bei der von der begeisterten Menge geforderten Zugabe auf den Händen der Zuschauer tragen ließ. Eine tolle Vorstellung von einer jungen Band, die Lust auf mehr macht 

Weiter ging es mit der Powermetal Band „Nomad Soul“ aus Recklinghausen, und Power ist auch schon das richtige Wort um ihre Musik zu beschreiben, die Songs waren extrem kraft- und druckvoll. Besonders hervorzuheben ist dabei die Stimme von Sänger Michael, die ihrer Musik das gewisse Etwas verlieh. Die Zuschauer rückten wie schon bei „THE C.A.S.T.“ bis an die Bühnenkante vor, von dem üblichen Graben, der so oft bei Amateurbands zwischen Bühne und Publikum klafft war nichts zu sehen.

Mit „Truestone“ stand dann der erste Hauptakt des Abends auf der Bühne. Die Rock´n´Roll Band aus Bochum sorgte für eine echte Überraschung, erstmals und vorher nicht angekündigt war der neue Bassist Frederick mit dabei. Der bisherige Bassist Wolfgang rückte dafür hinter die Keyboards, diese Entscheidung erwies sich als echter Glücksfall. Noch nie klangen „Truestone“ so melodisch und harmonisch, erst durch den Einsatz des Keyboards entfaltete sich das wahre Potenzial ihrer Songs, allen voran „Holy Hell“.

Als nächstes stand der Auftritt der von „Aleatory“, einer fünfköpfigen Heavy Metal / Heavy Rock Band aus Bochum an. Es war das vierte Mal das sie beim „Mosh Your Head“ dabei waren, ein beachtlicher Schnitt. In ihrem Set legten sie diesmal viel Wert auf Coversongs, aber auch ihre eigenen Kompositionen kamen beim Publikum sehr gut an. So wurde der bekannte Titel „Nuklear Frost“ überarbeitet, der Song wurde dadurch noch runder. „Aleatory“ wirkten sehr gut aufeinander eingespielt, sie haben mittlerweile eine feste Formation gefunden und spielen nun schon seit einiger Zeit in der aktuellen Besetzung. 

Gekrönt wurde der Abend von der in Essen beheimateten Gruppe „Roxx“. Wie bei so vielen der anderen Bands zuvor spielten auch sie in veränderter Besetzung, neu dabei waren Bassist Wolfgang und Gitarist Dennis. „Roxx“ zeigten mit ihrem souverän rockenden und groovenden Gig, das sie zu Recht Headliner des Abends waren, ein klasse Abschluss mit einem kleinen Wermutstropfen, leider waren nicht mehr ganz so viele Zuschauer anwesend wie bei den vorherigen Bands, was wohl in der späten Uhrzeit begründet lag.

 Insgesamt betrachtet war auch die fünfte Auflage des „Mosh Your Head“ ein voller Erfolg, sowohl die Bands als auch das Publikum hatten eine Menge Spaß und werden gerne beim „Mosh Your Head“ 2007 wieder dabei sein.  

(Maik Strotzyk für www.Aleatory.de)